Wann ist ein Goth ein Goth?

Benutzeravatar
Schneeflocke
Beiträge: 1969
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 22:40

Re: Wann ist ein Goth ein Goth?

Beitragvon Schneeflocke » Sa 23. Nov 2013, 17:33

Auch wieder wahr. Aber ich fühle garnichts. Im Gegenteil, ich finde immer wieder Sachen die gar nicht dazu passen wollen, zum Beispiel meine Mitteilungsfreudigkeit.
Jede Geschichte verdient es gehört zu werden.
Angeal Hewley Final Fantasy VII Crisis Core

Benutzeravatar
Identitätsbehaupter
Beiträge: 330
Registriert: Di 2. Aug 2011, 17:08

Re: Wann ist ein Goth ein Goth?

Beitragvon Identitätsbehaupter » Mo 25. Nov 2013, 08:53

Wäre es denn Sinn der Szene sich dafür zu verbiegen, damit man auch so ist, wie man glaubt sein zu müssen?
Es mag vielleicht unser Wunsch sein, uns endgültig in eine starre Kategorie einfügen zu können. Das bringt Sicherheit mit sich (siehe Religions-Thread). Aber zugleich ist das eine Perversion, sich selbst zu beschneiden, um nicht mit den Auswüchsen seines wahren, eigenen Wesens umgehen zu müssen.
Und so ist es zwar der leichtere Weg, sich in eine wohl bekannte Kategorie zu pferchen, sich als Goth, EBMer, Metaller oder was auch immer zu schimpfen, als sich mit den unbekannten, eigenen Wesenszügen auseinanderzusetzen, die wohl niemals vollständig in eine Szene passen werden.

Oder kurz: Szenen sind eine Form der hybriden Sozialität. Es gibt keinen 100%tigen Goth, so wie auch niemand 100% normal ist. Wir können uns alle nur asymptotisch daran annähern.
"Ich will nicht mehr essen trinken atmen eine Frau lieben einen Mann ein Kind ein Tier. Ich will nicht mehr sterben. Ich will nicht mehr töten.[...]
Ich breche mein versiegeltes Fleisch auf. Ich will in meinen Adern wohnen, im Mark meiner Knochen, im Labyrinth meines Schädels. Ich ziehe mich zurück in meine Eingeweide. Ich nehme Platz in meiner Scheiße, meinem Blut.[...]

[Hamlet] Tritt in die Rüstung, spaltet mit dem Beil die Köpfe von Marx Lenin Mao. Schnee. Eiszeit. "

Heiner Müller - Die Hamletmaschine

Benutzeravatar
Distanzobjekt
Administrator
Beiträge: 1123
Registriert: Mo 25. Jul 2011, 23:24

Re: Wann ist ein Goth ein Goth?

Beitragvon Distanzobjekt » Mo 25. Nov 2013, 09:42

Sehe ich ähnlich, entweder man ist oder man ist nicht, es ist keine Schande nicht zu sein, es ist aber eine Schande zu behaupten man sei, führt man andere damit letzten Endes hinters Licht und verfälscht die Ideologie.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

Distanzobjekt

Benutzeravatar
Schneeflocke
Beiträge: 1969
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 22:40

Re: Wann ist ein Goth ein Goth?

Beitragvon Schneeflocke » Mo 25. Nov 2013, 10:30

Danke schön ihr beiden. Jetzt darf ich mich wieder mit Zweifeln plagen. [gruebel] [hilfe]
Zumal ich eigentlich nicht viel über mich (oder anderes) preisgeben will. Ich hab nur damit angefangen weil sich jeder über meine Verschwiegenheit gewundert hat und ich Angst davor hatte anders zu sein. *sich schämt*
Jetzt nur mal so zum Beispiel.
Offtopic:
Und das direkt nach Mathe. Ich sollte aufhören mir sowas vor dem späten Abend durchzulesen.


Edit:

Ich hab auf dem Nachhauseweg mal darüber nachgedacht, ich glaube aber dass meine Argumente nicht sonderlich wirkungsvoll sind.
Ich mag euch. Ihr seid nicht wie die anderen, nicht so ... stumpfsinnig. Ich mag auch die äußere Erscheinung der Szene (Kleidung, Haare usw.). Auch die Musik, wobei sich die Szene größtenteils über die Musik definiert (ich müsste demnach eigentlich Cyber sein ^^"). Ich finde es auch toll gemeinsam über Sachen nachdenken zu können, über die Menschen "außerhalb" der Szene nichtmal ansatzweise sprechen wollen.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich die Kritik rüberbringen kann.
Aber ich verstehe euren Standpunkt.
Vielleicht suche ich wirklich nur Sicherheit. Ich weiß nicht woran ich bin und davor hab ich Angst.
Offtopic:
Womit wir wieder beim, wie es scheint, allgegenwärtigen Thema wären.


Na denn Leute. Nehmt mich mal auseinander.
Jede Geschichte verdient es gehört zu werden.
Angeal Hewley Final Fantasy VII Crisis Core

Benutzeravatar
Distanzobjekt
Administrator
Beiträge: 1123
Registriert: Mo 25. Jul 2011, 23:24

Re: Wann ist ein Goth ein Goth?

Beitragvon Distanzobjekt » Mo 25. Nov 2013, 15:12

Es gibt nichts was man nun demontieren müsste.

Gesellschaftskritik ist ein System für sich und kann an sich als eine eigenen Szene definiert werden die keiner optischen Erscheinung frönt. In Mitteleuropa jedoch waren Kritiker dieser Art zumeist bei den Punks und den anfänglichen Goths angesiedelt, wenngleich es auch zwischen diesen von Anfang an Trittbrettfahrer gab. Heute haben beide Szene ausgedient denn von den Bands, welche als Stimme der jeweiligen Szene deren Standpunkt ausdrücken sollte, bringen nichts mehr als Trivialitäten und Egogejammer zustande. Da die Szene ohne zu hinterfragen den Umstand annimmt, bestätigt sie die Tatsache um den tot geglaubten Ideal.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

Distanzobjekt

Benutzeravatar
Schneeflocke
Beiträge: 1969
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 22:40

Re: Wann ist ein Goth ein Goth?

Beitragvon Schneeflocke » Mo 25. Nov 2013, 16:40

Gesellschaftskritik ... das schreit ja förmlich nach Arbeit. Soll ich dazu nen neuen Thread aufmachen?
Offtopic:
Wo sich hoffentlich auch ein paar andere dran beteiligen. -.-*
Jede Geschichte verdient es gehört zu werden.
Angeal Hewley Final Fantasy VII Crisis Core

Benutzeravatar
Distanzobjekt
Administrator
Beiträge: 1123
Registriert: Mo 25. Jul 2011, 23:24

Re: Wann ist ein Goth ein Goth?

Beitragvon Distanzobjekt » Mo 25. Nov 2013, 16:52

Kannst Du tun, alles andere wird sich dann zeigen.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

Distanzobjekt


Zurück zu „Die Szene“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast