Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Benutzeravatar
Schneeflocke
Beiträge: 1969
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 22:40

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Schneeflocke » Fr 22. Feb 2013, 23:12

Offtopic:
Identitätsbehaupter hat geschrieben:Aufbereitet, dass auch deine Augen sie ertragen.
Ich hoffe du meinst damit nicht, dass ich doof wäre. Das bin ich nicht.
Wow ... lange Geschichte. Ich danke dir, dass du mich/uns an deiner Vergangenheit teilhaben lässt ;)
Jede Geschichte verdient es gehört zu werden.
Angeal Hewley Final Fantasy VII Crisis Core

Benutzeravatar
Identitätsbehaupter
Beiträge: 330
Registriert: Di 2. Aug 2011, 17:08

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Identitätsbehaupter » Sa 23. Feb 2013, 07:26

Offtopic:
Das hat nichts mit doof zu tun. Manche Begebenheiten, Empfindungen und Denkansätze sind einfach für einige Menschen nicht nachvollziehbar.. Selbst für den überwiegenden Teil der Szene. Ich spreche jetzt ganz allgemein, weil ich niemanden hier damit meine, aber: Da blättert dann der Lack und es kommt zum Vorschein, dass nicht jedes Schwarz so tief ist, wie es vorgibt. - und dem doch noch so viel gesellschaftliche Paradigmen und Handlungsmuster anhaften .. Das muss nicht einmal schlecht sein, wenn man sich dessen eben bewusst wäre.
.. Es ist vielleicht eine Sache der Empathie.
Und es ist schwierig diese Problematik hier zu thematisieren, aber der teils erschrockene, eindringliche Blick den mir manche Menschen im Zuge meiner Offenheit stets zuwerfen hat mich gelehrt mich nur sehr sehr wenigen Menschen zu offenbaren.

Mh. Ich habe es mir gerade nochmal kurz durchgelesen - ich bin gestern nicht zum Korrekturlesen gekommen. Es ist etwas wirr, tut mir leid.
"Ich will nicht mehr essen trinken atmen eine Frau lieben einen Mann ein Kind ein Tier. Ich will nicht mehr sterben. Ich will nicht mehr töten.[...]
Ich breche mein versiegeltes Fleisch auf. Ich will in meinen Adern wohnen, im Mark meiner Knochen, im Labyrinth meines Schädels. Ich ziehe mich zurück in meine Eingeweide. Ich nehme Platz in meiner Scheiße, meinem Blut.[...]

[Hamlet] Tritt in die Rüstung, spaltet mit dem Beil die Köpfe von Marx Lenin Mao. Schnee. Eiszeit. "

Heiner Müller - Die Hamletmaschine

Benutzeravatar
Schneeflocke
Beiträge: 1969
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 22:40

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Schneeflocke » Sa 23. Feb 2013, 08:23

Offtopic:
Die Blicke kenne ich. Auch die Stöße in die Rippen und das Zischen aus dem Mundwinkel. Wir sind uns ähnlicher als ich dachte, obwohl ich mit solchen Behauptungen seit ein paar Jahren eher vorsichtig bin. Vielleicht können wir mal miteinander quatschen *gg*
Jede Geschichte verdient es gehört zu werden.
Angeal Hewley Final Fantasy VII Crisis Core

Benutzeravatar
Identitätsbehaupter
Beiträge: 330
Registriert: Di 2. Aug 2011, 17:08

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Identitätsbehaupter » Sa 23. Feb 2013, 17:24

Offtopic:
Wie ich bereits in einem anderen Thread angeschnitten hat: Man kann (beinahe) nie seinen Gegenüber kennen.
Wenn Dich was Bestimmtes interessiert, schreib' mir eine PN.. Allerdings bin ich nicht ganz so häufig hier.
"Ich will nicht mehr essen trinken atmen eine Frau lieben einen Mann ein Kind ein Tier. Ich will nicht mehr sterben. Ich will nicht mehr töten.[...]
Ich breche mein versiegeltes Fleisch auf. Ich will in meinen Adern wohnen, im Mark meiner Knochen, im Labyrinth meines Schädels. Ich ziehe mich zurück in meine Eingeweide. Ich nehme Platz in meiner Scheiße, meinem Blut.[...]

[Hamlet] Tritt in die Rüstung, spaltet mit dem Beil die Köpfe von Marx Lenin Mao. Schnee. Eiszeit. "

Heiner Müller - Die Hamletmaschine

Kyonshī
Beiträge: 124
Registriert: So 9. Dez 2012, 16:27

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Kyonshī » So 24. Feb 2013, 20:28

Ich sehe es auch so, dass nicht alles was schwarz ist, tief ist. (Genauso wie nicht alles, was nichts mit schwarz zu tun hat, nur oberflächlich ist.)
Ich sehe es aber auch so, dass jeder, der sich mit der Szene beschäftigt und das nicht nur als kurze Phase, an der Oberfläche kratzen will, also zumindest mal merkt, dass es da noch mehr gibt. Und das ist doch schon mal ein guter Anfang. Wie tief er kommt ist dann immer eine individuelle Sache. Und eine Sache des Alters und der Lebenserfahrung.


Durch meinen Studijob bei McD habe ich Kontakt zu einem sehr breiten Durchschnitt der Gesellschaft. Also alle möglichen Altersstufen und Berufsgruppen. Und zu deren Verhalten: Unhöflich, gleichgültig, aggressiv, gewalttätig, die ersten beiden Eigenschaften treffen bestimmt auf die Hälfte der Leute zu, die letzten beiden zum Glück nur so 10-20%. Das reicht aber aus, komplett an der Menschheit zu verzweifeln. Und das hat mein Menschenbild extrem verschlechtert.
Und ich habe in den letzten 10 Jahren, in denen ich sehr aktiv auf schwarze Konzerte und Festivals gegangen bin, nie so eine geballte Ladung an Negativeigenschaften erlebt, wie bei unseren Gästen in nur einem Monat.
Always be kind and polite... and have the materials to make a bomb.

Benutzeravatar
Schneeflocke
Beiträge: 1969
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 22:40

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Schneeflocke » Di 23. Apr 2013, 16:58

Ich erlaube mir mal etwas von einem guten Freund reinzukopieren mit dem ich ebenfalls über die Szene gesprochen habe. Die Sache mit der "Offenbarung" vor allzu ängstlichen Eltern.
Matthias hat geschrieben:Du fragst dich, wie du deine Eltern zu mehr Verständnis bringen kannst. Da gibt es wohl zwei wichtige Dinge zu beachten: zum Einen mußt du anderen Menschen das vorleben, was sie an und in dir erkennen sollen. Das heißt, du mußt dich schon selber gut aufklären und informieren, was es mit dieser Szene auf sich hat, damit du ganz sachlich auf Fragen anderer Menschen reagieren kannst. Vielleicht sind diese Menschen stark verunsichert und dann hilft es, wenn sie in dir ein starkes Vorbild sehen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern braucht seine Zeit.
Der andere Punkt ist der, daß du auf direktem Wege nichts unternehmen kannst, damit ein anderer Mensch etwas versteht. Das Verstehen muß jeder alleine fertig bringen. Es gibt Menschen, die verstehen sehr schnell und wiederum andere, die verstehen manche Sachen gar nicht. Das kannst du nicht erzwingen. Sonst hätten es ja die Lehrer ganz leicht und alle Schüler würden nur gute Zensuren schreiben. Das heißt: du kannst die Menschen auch nicht mit Gewalt zu mehr Verständnis zwingen.


Ich würde gerne hören, ob ihr das ähnlich seht und warum? Und ob das der richtige Weg ist. Langsam muss ich mir nämlich was überlegen, bald bin ich 17 und ein Jahr später 18 und dann steh ich da mit meinem Talent, stottere ihnen was vor und überzeuge sie nichtmal.

Schneeflocke hat geschrieben:Und wie habt ihr es Eltern/Freunden/Bekannten/Arbeitskollegen erklärt?

Da es in der Fragestellung mit drin ist brauch auch kein Ot rein. ;)
Jede Geschichte verdient es gehört zu werden.
Angeal Hewley Final Fantasy VII Crisis Core

Benutzeravatar
Distanzobjekt
Administrator
Beiträge: 1123
Registriert: Mo 25. Jul 2011, 23:24

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Distanzobjekt » Di 23. Apr 2013, 19:27

Offtopic:
zum Einen mußt du anderen Menschen das vorleben, was sie an und in dir erkennen sollen.
Zuspruch.

Das heißt, du mußt dich schon selber gut aufklären und informieren, was es mit dieser Szene auf sich hat, damit du ganz sachlich auf Fragen anderer Menschen reagieren kannst.
Auch hier wieder Zuspruch, jedoch offenbaren sich hier diverse Probleme die einjeder Neueinsteiger mehr schlecht als recht umgesetzt bekommt.

Zum einen informieren sie sich nicht richtig, greifen die nächst Beste Info auf und meinen dann, dies völlig unreflektiert umsetzen zu müssen. Das heißt, sie überlegen nur selten ob dies auch wirklich auf sie und ihre Einstellung oder Wesen passt und ohne Zwänge ausgeübt werden kann. Sie leben also ohne Umschweife die Dinge aus, die da offenbart wurden und gehen damit dem Klischee bzw. der gleichen unreflektierten Art nach wie eh und je.

Das heißt, man sollte von sich aus die Frage stellen, was Goth sein auf Lebenszeit z.B. für mich bedeuten könnte, welche Dimensionen das annehmen kann? Wenn einem hier schon Grauzonen oder keine Vorstellungen im Geiste aufkeimen, rate ich gänzlich die Finger davon zu lassen, wenn man nicht zu denen gezählt werden will, die man als Oldschool lieber tot als lebendig sieht.

Fazit: Um sich zu Informieren sollte man die Quellen ab den frühen 80's bis heute nehmen, vom Post Core über die Waver die zunächst noch dem Punk zugeordnet war, warum der Punk existierte, wie sich daraus die Goth Szene entwickelte und welchen Stellenwert sie heute noch hat. Wenn man sich darin wiederfindet, ist die Szene was, wenn nicht, dann nicht.

Vielleicht sind diese Menschen stark verunsichert und dann hilft es, wenn sie in dir ein starkes Vorbild sehen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern braucht seine Zeit.
Die Vorbildfunktion trifft nur auf Menschen zu die ebenfalls in die Szene wollen. In diesem Fall trifft die Kooperation mit den Stinos eher zu. Sprich: Wenn die Eltern o ä keine Abnormalitäten erkennen die ihnen angst machen, werden sie über die schwarze Erscheinung hinweg kommen. In wie weit das möglich ist muss ein jeder für sich entscheiden.


Der andere Punkt ist der, daß du auf direktem Wege nichts unternehmen kannst, damit ein anderer Mensch etwas versteht. Das Verstehen muß jeder alleine fertig bringen. Es gibt Menschen, die verstehen sehr schnell und wiederum andere, die verstehen manche Sachen gar nicht. Das kannst du nicht erzwingen. Sonst hätten es ja die Lehrer ganz leicht und alle Schüler würden nur gute Zensuren schreiben. Das heißt: du kannst die Menschen auch nicht mit Gewalt zu mehr Verständnis zwingen.
Das Ablegen einer Rechenschaft ist nur den Menschen vorbehalten die mit Dir in näher Interaktion stehen. Sprich Familie und eventuell Freunde. Ist von deren Seite keine Kooperation zu erwarten bzw. kann nicht eingeholt werden, so müssen sie in Folge dessen mit deiner Entscheidung leben oder eben nicht. Es hängt davon ab wie ernst es Dir ist.

Wichtig ist, egal wie, sich mit der Historik auseinander zu setzten. Wenn man das in den aktuellen Kontext der Zeit einflechten kann ist es umso besser.

Mögliche Themen zur Aufnahme wären: Atomkrieg Nordkorea, der Islam als Unterdrücker und Angstmaschinerie, Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland, Umwelt und Medien, die Auswirkungen des Kapitalismus und Massenbewegungen. Also alles was da schon war und keine Veränderung gefunden hat kann mitverwendet werden.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

Distanzobjekt

Benutzeravatar
Schneeflocke
Beiträge: 1969
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 22:40

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Schneeflocke » Di 23. Apr 2013, 19:55

Distanzobjekt hat geschrieben:Das heißt, man sollte von sich aus die Frage stellen, was Goth sein auf Lebenszeit z.B. für mich bedeuten könnte, welche Dimensionen das annehmen kann? Wenn einem hier schon Grauzonen oder keine Vorstellungen im Geiste aufkeimen, rate ich gänzlich die Finger davon zu lassen, wenn man nicht zu denen gezählt werden will, die man als Oldschool lieber tot als lebendig sieht.

Fazit: Um sich zu Informieren sollte man die Quellen ab den frühen 80's bis heute nehmen, vom Post Core über die Waver die zunächst noch dem Punk zugeordnet war, warum der Punk existierte, wie sich daraus die Goth Szene entwickelte und welchen Stellenwert sie heute noch hat. Wenn man sich darin wiederfindet, ist die Szene was, wenn nicht, dann nicht.


Das was du und IB mir in dem anderen Thread erzählt habt, hat mir gut gefallen, aber ich werd mich mal dransetzen. Wikipedia frag ich nicht, das ist hundert pro zu viel Information. Aber erst in den Sommerferien, wenn ich endlich ein wenig Ruhe habe.
Ich muss ja Beispielsweise nicht voll ausstaffiert rumlaufen, mit Sidecut, schwarzem Minikleidchen, Plateau Schuhe und so weiter (obwohl ich das Zeug schick finde), sondern kann auch einfach ganz schlicht sein. Und ich denke so ähnlich meinst du das auch mit den Graustufen. Wir reden von den echten Goths, die die das nicht nur als Mode sehen, nicht von den anderen oder?

Ich hätte vor Jahren nie gedacht, dass ich mal hier landen werde ... schon lustig, die Wege, die das Leben geht.
Jede Geschichte verdient es gehört zu werden.
Angeal Hewley Final Fantasy VII Crisis Core

Benutzeravatar
Distanzobjekt
Administrator
Beiträge: 1123
Registriert: Mo 25. Jul 2011, 23:24

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Distanzobjekt » Di 23. Apr 2013, 20:27

Offtopic:
Und ich denke so ähnlich meinst du das auch mit den Graustufen. Wir reden von den echten Goths, die die das nicht nur als Mode sehen, nicht von den anderen oder?
So ist es, wobei ich mir nicht anmaßen möchte vorzugeben was bzw. wie ein Goth zu sein hat. Lediglich den historischen Hintergrund und das Verständnis sollte sich im Einklang zum jetzigen Gothsein wiederfinden, alles andere ist nachreden bzw. Imitieren einer Ideologie von der man keine Ahnung hat. Wenn man nun erkennt, dass man eigentlich gänzlich am Gothsein vorbei gelebt hat sollte man die Szeneaktivitäten ruhen lassen oder seine Einstellung überdenken.

Denn schauen wir mal, würde ich nun die Fragen stellen, warum Side oder Undercut, warum Iro oder Minirock, warum Boots, Corsage, Netzstrumpfhosen, zerfetze Klamotten, Nieten, schwarz, Bandage, dann könnten mir in 90% der Fälle die meisten keine historisch begründete und daraus resultierend reflektierte Antwort geben, die auch nur im Ansatz Bewusstsein transportiert oder gar tatsächlich die Lebensumstände widerspiegelt.

Es verhält sich fast so wie in der HipHop Szene, alle reden davon wie Gettogangster sie sind, keiner von denen jedoch hat wirklich mal ein Gettoleben mitmachen müssen um zu überleben. Es ist ein einzig dekadentes Trauerspiel ja.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

Distanzobjekt

Benutzeravatar
Schneeflocke
Beiträge: 1969
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 22:40

Re: Wie habt ihr den Weg in die Szene gefunden?

Beitragvon Schneeflocke » Mi 24. Apr 2013, 03:09

Offtopic:
Wuhuuu ich bin gut. *gg*
Jede Geschichte verdient es gehört zu werden.
Angeal Hewley Final Fantasy VII Crisis Core


Zurück zu „Die Szene“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast