? (Herzkrankheit)

Steffi
Beiträge: 14
Registriert: Mo 24. Feb 2014, 15:50

? (Herzkrankheit)

Beitragvon Steffi » Do 3. Apr 2014, 15:25

----------
Zuletzt geändert von Schneeflocke am Do 15. Jan 2015, 19:19, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Ungenauer Titel, vom Moderator ergänzt

Benutzeravatar
Distanzobjekt
Administrator
Beiträge: 1123
Registriert: Mo 25. Jul 2011, 23:24

Re: ?

Beitragvon Distanzobjekt » Do 3. Apr 2014, 19:01

Ich bin so frei die Frage der Allgemeinheit bereit zu stellen da mehr Menschen eine präzisere Meinungsdichte erzielen als ein Mensch alleine.

Du kannst deinem behandelnden Arzt sagen, dass er mit deinen Eltern sprechen soll weil Du es nicht schaffst ihnen das zu sagen. Eine weitere Möglichkeit wäre es einen Brief zu schreiben um mit Ihnen die Interaktion zu beginnen, jedoch würde ich es dem Arzt überlassen da die Fachschaft unter sich ist, dadurch anders mit der Situation umgegangen werden kann, weshalb sich eventuell eine traumatische Bildung vorbeugen ließe.

Auch denke ich, dass dein Freund nicht ganz unrecht hat, so eigen es klingen mag aber, je mehr man an einem Objekt hängt umso größer ist das Verlustproblem. Dein Herz ist ein Muskel, eine von vielen in deinem Körper, ich würde versuchen um seelisch etwas Ruhe zu finden, es auch wirklich als solch ein Muskel, ein Gegenstand zu betrachten. Dein Herz ist nicht gleich deine Seele oder dein Geist, es mag zwar damit einhergehen aber nicht das elementare Organ für Emotion und Verstand.

Wichtig ist, dass Du den Glaube nicht verlierst wieder gesund zu werden und sei es durch ein Spenderorgan denn das Leben ist für jeden Menschen endlich und man sollte es so erfüllt wie eben möglich leben denn, Ängste sind kein guter Ratgeber und fressen nur die Zeit die man hat.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

Distanzobjekt

Steffi
Beiträge: 14
Registriert: Mo 24. Feb 2014, 15:50

Re: ?

Beitragvon Steffi » Mo 7. Apr 2014, 17:16

----------

Benutzeravatar
Identitätsbehaupter
Beiträge: 330
Registriert: Di 2. Aug 2011, 17:08

Re: Aussagekräftiger Titel FTW...

Beitragvon Identitätsbehaupter » Mo 14. Apr 2014, 20:26

Also... ich habe es ja lange geschafft diesbezüglich mein Schandmaul zu halten. Aber nachdem Du Dir so viel Mühe mit dem langen Text gegeben hast, muss ich einfach etwas dazu schreiben.

Vorab möchte ich vorausschicken:
1. Ich kann mir nicht anmaßen, mich in deine Situation zu versetzen, damit ist alles, was ich nun schreibe lediglich das, was ich aus dem ziehe, was Du hier zum Besten gibst.
2. Ich will dir nicht zu Nahe treten oder dich verletzen- im Gegenteil: Ich hoffe, dass das, was ich nun sage bei dir ankommt und dein Bewusstsein für dein Leben verändert.
3. Ich wiederhole mich nicht.
Ich meine es gibt Tage wo es auch mal ruhiger als 244 mal pro Min und fast regelmäßig ist ( Sonst schlägt es häufig sehr schnell, selten normal und ganz häufig nach 2 normalen Schlägen 4 mal ganz schnell hintereinander dann 1 mal normal und dann wieder 4 mal ganz schnell hintereinander usw. nach den schnellen hintereinander kommt meistens so 1 sek pause und dann schlägts weiter so wie beschrieben, hin und wieder flimmert es auch mal 2 oder 3 sek. ) Habs auch schon gehabt das es von 244 mal pro Min innerhalb einer Std auf 160 Mal pro Min war. Und zweimal war es innerhalb eines Monats bei nur noch 35 mal pro Min, obwohls davor die beiden Tage auch sehr schnell geschlagen hat. ( Das ganze Prozetere mache ich damit schon 12 Jahre mit, anfangs war es nur hin und wieder mal ein aufmucken davon, habe davon kaum was gemerkt.

Ich zähle 6 Zeilen - zumindest hier im Editorenfenster. 6 Zeilen über die Häufigkeit Deines Herzschlages.
Ich bin kein Mediziner- aber ich garantiere dir, wenn ich zählen würde, wie häufig mein Herz in der Minute schlägt oder nicht schlägt, würde ich vermutlich auch nach 3 Tagen der Überzeugung sein, dass da was nicht stimmt. Mein Goth, man muss doch wahnsinnig werden, wenn man so sehr seinen Fokus darauf legt.
Aber das ist im Prinzip nur Faktor 1.

In dem Moment habe ich nur gesagt zu ihm wenns mich töten will dann richtig. Allerdings stand ich da an dem Tag schon mitm Messer davor und wollte zustechen. Ich weiß nich warum aber es wurde ein wenig ruhiger da, nicht viel aber etwas. Ich sagte dann nur noch zu ihm mach irgendwas in der Richtung von wegen Infarkt oder Flimmern im großen Stil und du bist draußen, ich war echt sauer muss ich dazu sagen.

[...] habe fast jede Nacht davon deshalb mit der Faust drauf gehaun in der Hoffnung es wird besser

[...] dem ich das am liebsten zerdrücken oder wenn ich rankommen würde schütteln würde damit es mal klar kommt.

Nochmal für Vernunftwesen: Du schlägst Dich, Du hasst Dich, Du zermürbst Dich, weil es dir schlecht geht. Und Du glaubst, dass es Dir dadurch besser gehen wird?
Wenn Du nicht spätestens jetzt die Fragwürdigkeit und Widersprüchlichkeit Deiner eigenen Handlung erkennst, .. (Um nicht gegen die Forenregeln zu verstoßen, bleibt der Satz unvollendet.)
Dein Herz ist genau so wie jedes andere Körperteil ein Teil von DIR. Übst du physischen oder psychischen Druck auf ihn aus, reagiert es. Wenn du auf deinen Finger schlägst, wird er auch weh tun und möglicherweise anschwellen. Genau das gleiche geschieht auch bei psychischen Druck: Genügend empirische Studien haben bewiesen, dass man Brandblasen alleine durch die Imagination von Hitze bekommen kann. Du kennst es sicher in der Form: Wenn du Insekten siehst, juckt es dich schon am ganzen Körper, obwohl da nichts ist.
Und nun auf dein Herz übertragen: Wenn du ununterbrochen den Fokus darauf legst und selbst der Meinung bist es wird sich nicht erholen- darüber hinaus sogar wütend darauf wirst, was meinst du, was geschieht?
Meines Erachtens nach bist du körperlich genauso krank oder gesund wie jeder andere Mensch. Du hast einfach nur ausgeprägte psychische Probleme: 1. Hass auf dich Selbst. 2. Aufmerksamkeitsdefizit. 3. Angst vor Verantwortung (da Du die Schuld stets auf andere Überträgst und sei es auf Deine eigenen Körperteile)
Das klingt jetzt erstmal super schlimm und gemein, was ich hier sage. Aber faktisch hat jeder von uns eines oder mehrere dieser Probleme in abgewandelten Formen.
Wenn du jetzt noch nicht zu gemacht hast und wutschnaubend vorm PC sitzt (wovon ich allerdings leider bei deiner Persönlichkeitssturktur ausgehen muss - womit du meine These auf eindrucksvolle Weise bestätigen würdest), bitte ich dich doch lieber danach zu forschen, woher das kommt und dich damit auseinander zu setzen. Meistens liegt der Grund dafür in der Vergangenheit.
Ich zum Beispiel hatte eine- nennen wir es- schwierige Kindheit, in der ich sozial sehr isoliert war. Bis heute fällt es mir dadurch schwer, mich in normale soziale Kontexten einzufügen. Doch mir ist es gelungen, dass man nichts davon merkt. Selbst, wenn man mich gut kennt.

Sehr wahrscheinlich wirst du allerdings gerade, anstatt dir ernsthaft über das Geschriebene Gedanken zu machen, schon folgende Sätze formulieren:
Aber ich bin WIRKLICH krank! Der Arzt hat mir das bestätigt! Ich, ich, ich... (Ich verweise hiermit auf das Aufmerksamkeitsdefizit)
Ja. Du bist krank, weil du krank sein willst. Ich unterstelle nicht, dass Du Dir Deine Beschwerden einredest. Aber ich gebe zu bedenken, dass die Ursache für diese Beschwerden möglicherweise bei dir selbst liegt. Einerseits durch deine Psyche - also: Wer sich einredet eine Krankheit zu haben, bekommt sie auch (genau wie mit der Brandblase oder den Insekten). Oder durch deine Einstellung zu dir und deiner Umwelt. Am liebsten nehme ich zur Veranschaulichung dafür das Thomas Theorem: "If man define situation as real, they are real in their consequences." ... Also: Wenn man eine Situation als wahr definiert, sind die Folgen dieser wahr/real.
Ein unübertreffliches Beispiel findet sich in der Literatur: Romeo und Julia. Romeo definiert die Situation so: Julia ist tot. Er tötet sich daraufhin aus Liebeskummer. Allerdings ist seine Situationsdefinition falsch. Julia ist nicht tot- als sie jedoch feststellt, dass Romeo sich getötet hat, tut sie es ihm gleich.
Das verblüffende daran ist wohl, dass Romeos Definition der Situation in letzter Konsequenz wahr wird- denn durch sein dementsprechendes Handeln, ist Julia am Ende wirklich tot.
Das gleiche findet man, wenn man genau hinsieht überall wieder. Und es ist nur allzu logisch: Wenn ich etwas glaube, beeinflusst das meine Handlungen, die wiederum die Realität beeinflussen. Sprich: Alles, alles was sich in deinem Kopf abspielt hat mittelbare und unmittelbare Konsequenten auf die Wirklichkeit. (Wäre ja auch dramatisch, wenn es nicht so wäre - wer würde dann diesen Text tippen?)
Auf dich bezogen heißt das: Das Wissen über deine Krankheit beeinflusst dein Handeln (so wie Du es hier darstellst, sogar maßgeblich) und diese Handlungen beeinflussen klarerweise wieder deinen Körper/deine Krankheit.
Ich bin mir sicher, du nimmst Medikamente dagegen (die natürlich Nebenwirkungen haben). Ich bin mir sicher du hast dir beim Rauchen schonmal gedacht: Ach egal, mein Herz ist sowieso kaputt, da macht die Kippe auch nichts mehr. Ich bin mir sicher, dass du kaum oder wenig Sport betreibst, weil dein Arzt gesagt hat, dass das mit dem Herzleiden nicht geht. Ich bin mir sicher, das du auf ein normales, auf ein gesundes Leben verzichtest, weil du dich als krank definierst.
Und bzgl. Ärzte... ich bin da vielleicht aufgrund von eigenen Erfahrungen etwas extrem, aber ich traue keinem Arzt, der an mir verdienen will. Und das sind faktisch alle. - Aber manchmal führt kein Weg drum herum und ich propagiere auch beim besten Willen keinen fanatischen Standpunkt. Die Schulmedizin ist einfach nur viel zu abhängig von der Wirtschaft. Das ist alles.
Und damit kommen wir zu einem letzten Punkt, den Du sicher gerne einwenden möchtest: Ich kann ja gar nicht verstehen, WIE schlecht es dir geht. Nö. Kann ich nicht, will ich auch nicht.
Ich selbst bin auch nicht von jeher gesund gewesen. Über viele Jahre war ich extrem kränklich und auch chronisch krank. Aber ich kann wohl behaupten, dass ich das hinter mir gelassen habe. Das dauert zwar seine Zeit und man hat immer Rückschläge, aber ich denke man muss sich und seinen Körper so akzeptieren, wie er ist und darauf aufbauend versuchen auf ihn zu hören.
Hast du dich mal gefragt, warum dir dein Herz weh tut? Es ist ein Teil von dir und ich behaupte mal, dass es dir sagen will, dass da etwas mit dir verdammt schief läuft. Körperliche Reaktionen sind häufig Reaktionen auf emotionale, psychische Probleme.
Natürlich ist es leichter jemand anderen dafür verantwortlich zu machen - dein Herz zum Beispiel. Aber dann wirst du immer krank bleiben. Auch mit einem neuen Herzen. Immer.

Ich hoffe, ich habe das nicht umsonst geschrieben.
Und damit werde ich mich wieder in die Beobachterposition zurückziehen.
Adieu.
"Ich will nicht mehr essen trinken atmen eine Frau lieben einen Mann ein Kind ein Tier. Ich will nicht mehr sterben. Ich will nicht mehr töten.[...]
Ich breche mein versiegeltes Fleisch auf. Ich will in meinen Adern wohnen, im Mark meiner Knochen, im Labyrinth meines Schädels. Ich ziehe mich zurück in meine Eingeweide. Ich nehme Platz in meiner Scheiße, meinem Blut.[...]

[Hamlet] Tritt in die Rüstung, spaltet mit dem Beil die Köpfe von Marx Lenin Mao. Schnee. Eiszeit. "

Heiner Müller - Die Hamletmaschine

Benutzeravatar
Schneeflocke
Beiträge: 1969
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 22:40

Re: ?

Beitragvon Schneeflocke » Mo 14. Apr 2014, 20:51

Offtopic:
IB du machst mich fertig. Soviel Text hab ich hier ... noch nicht einmal gelesen, und ich kenne das gesamte Forum fast auswendig.
Im Übrigen dein Text ist sauber, ich bitte dich nur etwas an Ironie zurückzustecken, oben im Titel des Threads.
Jede Geschichte verdient es gehört zu werden.
Angeal Hewley Final Fantasy VII Crisis Core

Benutzeravatar
Gattina
Beiträge: 651
Registriert: So 25. Dez 2011, 09:33

Re: ?

Beitragvon Gattina » Mo 21. Apr 2014, 09:32

Moin moin!

Ich wollte hier auch schon antworten, fand aber die Worte nicht.
Ich hab aufgrund deiner Beiträge auch soetwas wie IB schrieb vermutet.

Keiner kann sich in die Situation eines Herzkranken versetzen, aber es ist sicher Einstellungssache was man daraus macht. Man kann jeden Tag rumheulen wie schlecht es einem geht und das man bald sterben wird.
Fakt ist: Jeder stirbt, früher oder später. Und laufen wir heulend und ängstlich rum, weil wir wissen das es irgenwann aus ist?
Nein.

Man kann sich das Leben schön machen.
Ich hab auch meine Probleme, aber so schlecht geht es mir im Grunde nicht.
Trotzdem hab ich grad ne ziemlich depressive Phase. Ich bin mir dessen bewusst und ergreife alles mögliche um dem entgegen zu wirken.
Ich könnte auch alle damit nerven und rumheulen oder mich verkriechen und es so noch schlimmer machen.
Die Sache ist das du dir bewusst werden musst, das du psychische Probleme hast, um dagegen anzugehn.
Damit es dir besser geht, damit du wieder lachen kannst, damit du leben kannst. :-)

Keiner sagt das es einfach ist.
Jeder hat an etwas zu nagen, jeder hat die ein oder andere seelische Narbe. Doch sieht man es nicht.
Das hält sie nicht vom Leben ab.

Ich kann dir nur ans Herz legen über IBs Worte nachzudenken.


Zurück zu „Körper, Geist und Seele“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast