Gibt es Glück?

Riku

Gibt es Glück?

Beitragvon Riku » Di 1. Nov 2011, 21:57

... oder ist es nicht doch nur Zufall bzw. eigenes "Verschulden"?
Wenn jemand im Lotto gewinnt, sagt derjenige, dass er Glück gehabt hätte, obwohl es auf dem mathematischen Zufallsprinzip basierte.
Wenn jemand ein Tor schießt (Fußball), meinetwegen aus 50 Metern einfach draufschießt und direkt im Winkel trifft, sagt er dass es Glück gewesen sei, obwohl er dies aus eigener Kraft geschaffen hatte.
Oder geht es nicht doch nur um jenes Gefühl "Glück"?

DG,
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Kara
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Re: Gibt es Glück?

Beitragvon Kara » Mi 2. Nov 2011, 18:59

Ich habe in der Oktoberausgabe der "Psychologie heute" etwas sehr interessantes zum Thema Glück gelesen:

Trotz intensiver Forschung in den letzten beiden Jahrzehnten herrscht noch immer eine gewisse Unklarheit darüber, was das Glück im Leben eines Menschen ausmacht und wie er es erreichen könnte. Psychologen und Philosophen sind sich jedoch darüber einig, dass es vor allem aus einem Gefühl der Sinnhaftigkeit und des Dazugehörens entsteht. Diese Glücksauffassung konkurriert mit vielen anderen Glücksverheißungen, die eher auf lustbetonte Erlebnisse zielen, auf Genuss, Wohlfühlen und Konsum.

Glück durch Sinnhaftigkeit und Zugehörigkeit... das scheint mir eine sehr richtige Erkenntnis zu sein !

@Riku: Deine Frage zielte ja eher auf "Glück haben" als auf "glücklich sein" ab, aber ich fand den obigen Text einfach so toll, dass ich ihn an dieser Stelle unbedingt beitragen wollte.

Ich denke, "Glück haben" hat sehr viel mit Zufall (oder Schicksal ?!) zu tun, und zum glücklich sein wirken Zufall, eigene Lebensgestaltung und die eigene Lebenseinstellung (!) zusammen.

Riku

Re: Gibt es Glück?

Beitragvon Riku » Mi 2. Nov 2011, 19:05

Wie ich schon sagte, es gibt 2 Arten von "Glück haben"! ;)
1. Mathematischer Zufall (Lotto)
2. Können (Fußball)
Aber ist es nicht mehr der Glaube an eine übernatürliche Kraft, die einem diesen Glücksimpuls zuschiebt? ;)
So könnte man auch wieder "Gott" ins Gespräch ziehen...

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Kara
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Re: Gibt es Glück?

Beitragvon Kara » Sa 5. Nov 2011, 10:18

Aha, reden wir also von "Glück haben" und nicht von "glücklich sein".

Von deinen beiden Varianten "Zufall" oder "Können" lällt für mich nur Möglichkeit 1 unter den Begriff "Glück haben", denn wenn ein Fußballer nach einem Tor sagt "Glück gehabt", schreibt er den Erfolg ja GERADE NICHT seinem Können zu.

Ob Gott da eine Rolle spielt, weiß ich nicht. An Schicksal, Vorherbestimmung, Determinismus oder wie man es nennen will glaube ich weniger. Ich glaube an Zufall (und eingeschränkt freien Willen) !

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Re: Gibt es Glück?

Beitragvon Jack Harkness » Di 21. Okt 2014, 19:45

Auf jeden Fall,aber ich unterscheide 2Arten von Glück:Das "Plastische Glück",d.h man findet etwas oder bekommt den Bus noch,und das "wahre Glück".
Das Wahre Glück ist ganz individuell,weil es jeder anders definiert,bei einem ist es Wohlstand,beim anderen die Familie,beim 3'tten die Karrire.Ich war mal auf einem Bauernhof,da ich gerne reiten gehe,und hatte ein Pflegepferd"Hansi"hiess mein Hengst.Eines Morgens ging ich zum stallreinigen auf den Heuboden(die Pferde waren graussen),da hörte ich ein Miauzen,ich kletterte die Leiter hoch und wühlte im Heu.Da sah ich sie eine grau-weisse Katzenmama mit 4Jungen,alle liessen sich streicheln und Katzenmama schnurrte laut.Ich war 17jahre und habe es nie vergessen,denn für mich war es ein Stück vom Paradies pures Glück !!Ich war nie wieder in meinem Leben so glücklich wie in diesem Moment.

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Distanzobjekt
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Re: Gibt es Glück?

Beitragvon Distanzobjekt » Di 21. Okt 2014, 20:35

Temporäre Befriedigung die da Belohnungszentren ansprechen werden als plastisches Glück bezeichnet? Klingt nicht ganz ausdifferenziert. Die Psychologie und die Philosophie finden es im Sinninhalt wieder, das deckt sich mit meiner Auffassung darüber, dass Spaß temporärer, wenig Freude und damit weniger Inhalt bietet als Freude, weswegen das bestreben Glück zu erfahren eher in der Findung von Freude mündet. Die Richtigkeit der Aussage fand ich bei einige Menschen die genauso lebten und bedeutend ruhiger und gelassener waren.

Glück ist, um mal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, dort zu finden wo kein Unglück ist. Dieses definieren wir in Unheil, Leid, eben Dinge die angst machen. Angst also als Grundimpuls für fehlendes Glück. Und tatsächlich, wenn wir uns die Welt anschauen wie viel jedem an Erwartungen und Erwartungserwartungen aufgedrückt wird, sie die Ängste vor dem Versagen allgegenwärtig. Kommen dann noch Negativnachrichten dazu von Kriegen, Seuchen und eine Börse an der man zittert, ist die Möglichkeit Glück zu erfahren recht eingeschränkt, wenn man denn die Welt an sich ran lässt. Ein gesunder Schuss Egoismus kann also helfen, muss jedoch jeder für sich wissen, da Glück subjektiver Natur und am Zustand der eigenen Erfahrung und Biotop zu bemessen wäre und so nur schwer in einem Rahmen der Allgemeinheit greifen kann. Es fehlt also für eine totale Aussage die Masse an Informationen, da scheitert jede Wissenschaft dran.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

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Re: Gibt es Glück?

Beitragvon Jack Harkness » Di 21. Okt 2014, 21:08

Hallo,leider hast du Recht damit,dass Glück heutzutage sehr schwer zu finden ist,die Umgebungserwartungen sind heute tatsächlich zu hoch,und mit Negativ-Nachrichten wird man geradezu überflutet.Die Aussenwelt aussen vor zu lassen,den Luxus können sich leider nur Priester im Kloster leisten,denn uns "einfache Menschen" hindern Handy,Tablet und Co. daran abzuschalten,ist man einmal nicht erreichbar,gibt es Vorhaltungen.Vieleicht müssten wir Menschen wirklich ein wenig(back to the roots).

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Re: Gibt es Glück?

Beitragvon schwarze Rose1oo » Mo 27. Okt 2014, 20:03

ich finde auch das Distanzobjekt Recht hat. Wann sind wir denn glücklich? Wenn alles um uns herum stimmt und wir zufrieden sind. Dann kann man von glücklich sein reden. Aber durch unsere Umwelt ist es immer schwerer das Glück zu finden. Die Kriege , die Krankheiten und und und....
alles Faktoren die unser glücklich sein zerstören. wobei ich noch nicht die Emotionen von Menschen dazu gezählt habe. Wut, Habgier,Hass,usw.
Alles dies vernichtet unser glücklich sein.

Jack Harkness
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Re: Gibt es Glück?

Beitragvon Jack Harkness » Sa 13. Dez 2014, 23:13

Oh Glück gibt es schon,nur leider ist es wie der Wind=unstet,es kommt genauso schnell wie es vergeht.Glück ist oft nur sehr kurzzeitig da,man kann es aber nicht auf Dauer halten.Aber eines bringt mich zum Nachdenken:Ich habe mal eine Reportage gesehen,über ein Naturvolk und als sie gefragt worden sind,sagten sie,das sie immerzu glücklich sein.Wir sind unser ganzes Leben lang auf der Suche nach Glück,warum finden wir es kaum ? Irgendwas machen diese Naturvölker besser als wir,ich frage mich:Was machen wir falsch,ist es wirklich nur Stress,oder Habgier oder übersehen wir etwas ganz einfaches ?

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Gattina
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Re: Gibt es Glück?

Beitragvon Gattina » So 14. Dez 2014, 12:45

Ich denke das viele Glück in Konsum sehen...wir sind so auf Konsum trainiert, das wir das echte Glück nicht mehr sehen.
Aber das echte Glück ist das Zwischenmenschliche.
Glücklich kann auch die Natur machen, wenn man morgens am Wald zur Arbeit fährt, Wind im Haar, gut riechende Luft (Wald) und den Sonnenaufgang sieht. Nehme ich das Auto oder die Bahn, entgeht mir diese Art von Glück.
Mein Kollege sagte mal, als ich ihn fragte was man machen kann wenn man depremiert ist und nicht weiter weiss, dass man mindestens einen Menschen am Tag glücklich machen sollte.
Recht hat er, denn Glück wird immer geteilt.
Am liebsten ist mir wenn ich mit den Kunden und Freunden zusammen lachen kann, das ist Glück.
Wenn ich diese kleinen Glücksmomente nicht hätte, wäre die Welt ziemlich grau...wo man hinschaut nur Leid und Armut.


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