Mobbing

Riku

Re: Mobbing

Beitragvon Riku » Fr 4. Jan 2013, 14:38

Seelenfieber hat geschrieben:Es kann doch nicht jeder Mensch gleich sein , dass wäre ja schlimm auch wenn alle die gleiche Meinung hätten.

Stichwort: Individualität.
Offtopic:
Doch von Seiten der Regierungen wird Gleichberechtigung gerne mit Gleichheit gleichgesetzt. In Schweden z.B. dürfen die Eltern nicht mehr Mutter/Vater von ..., sondern Elternteil 1/2 genannt werden!
Was ich auch lustig finde: Im Zuge der "Gleichberechtigung" wurden in Berlin weibliche Ampelmännchen eingeführt - müsste es dann aber nicht auch Spasti- oder Mongomännchen geben? Behinderte sind nämlich auch nciht zu vernachlässigen! ;)

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Schneeflocke
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Re: Mobbing

Beitragvon Schneeflocke » Di 15. Jan 2013, 14:45

Ich kenn das auch, ich kleide mich zwar nicht so extrem schwarz (ich bin eher innerlich düster). Ok manchmal doch, aber ich hatte das große Unglück wegen dem gemobbt zu werden was mich ausmacht. Ich hatte und hab immer noch ein relativ schwaches Selbstbewusstsein, und fühle mich nicht so als hätte ich eine Identität und deswegen hat mich das so sehr angegriffen, dass ich irgendwann ausgerastet bin. Es war nicht der richtige Weg, dass habe ich verstanden und ich wurde auch gezwungen die Klasse zu wechseln (lieber das als ein Schulverweis) und jetzt gehts mir wieder besser. Meine Klassenkameraden wissen, dass ich anders bin und es interessiert sie nicht die Bohne und meine Peiniger halten Abstand zu mir obwohl wir auf die selbe Schule gehen. Ich war und befinde mich immer noch in Therapie, das gehört zwar auch dazu aber damit würde ich für dieses Thema zu weit ausholen. Ich musste das einfach mal loswerden, da anscheinend so viele mein Schicksal teilen.
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Riku

Re: Mobbing

Beitragvon Riku » Di 15. Jan 2013, 16:11

Schneeflocke hat geschrieben:Ich hatte und hab immer noch ein relativ schwaches Selbstbewusstsein

Hmm... Wobei ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein der Schlüssel zur Gesellschaft ist. Wichtig ist, dass du dir deiner Fähigkeiten bewusst wirst und weißt, was du kannst - und was nicht. Wenn dir irgendjemand etwas einreden will, dann gehe nicht drauf ein; versuche dich mal in der Kunst der verbalen Schlagfertigkeit zu üben.
und deswegen hat mich das so sehr angegriffen, dass ich irgendwann ausgerastet bin. Es war nicht der richtige Weg

Wenn irgendwann der Knoten platzt, dann sind solche Aktionen (aus meiner Sicht) das einzig Richtige. Klar, Mobber suchen Aufmerksamkeit und erlangen diese, indem sie ihr "Opfer" zum wüten bringen, allerdings bringt stillschweigen ebenso wenig, da man sich dadurch immer weiter abgrenzt. Der Weg zum Lehrer wird zwar oft angepriesen, ist aber dennoch fragwürdig. Stattdessen sollten Vertrauenspersonen (Eltern z.B.) aufgesucht werden, welche dann mit dem Direktor ein Gespräch führen - das scheint mir neben der Markierung einer überschrittenen Grenze (Ausraster) der sinnvollste Weg, da so zu sagen eine höhere Macht auf den Zettel gerufen wird. ;)
Naja, ich selbst bin zwar auch eher gelassen und der Frieden in Person, da ich aus freien Stücken niemanden verletzen würde/könnte, aber wer sich in die Drachenhöhle begibt, muss auch mit Konsequenzen rechnen - "Selbstverteidigung" sollte als Stichwort reichen.

ich wurde auch gezwungen die Klasse zu wechseln

Richtig so! Dein Aufenthalt in einem dermaßen schadenden Umfeld wäre aus pädagogischer Sicht nur unzureichend tragbar.

Ich musste das einfach mal loswerden, da anscheinend so viele mein Schicksal teilen.

Du kannst dich uns anvertrauen, zumal du 1. unter einem Decknamen agierst, dich somit keiner identifizieren kann und 2. von den Usern des Forums gegenseitiger Respekt und Achtung vorausgesetzt wird.
Außerdem kenne ich doch unsere liebe Clique, nicht wahr? ;)

Ansonsten, falls du fragen haben solltest, kannst du dich per PN an mich wenden.

DG,
Riku

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Schneeflocke
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Re: Mobbing

Beitragvon Schneeflocke » Di 15. Jan 2013, 16:37

Du hast absolut Recht Riku, der "Lehrer" (ist echt ein Hohn gewesen so jemanden als Pädagogen zu bezeichnen) die sogenannte Vertrauensperson hat mir überhaupt nicht geholfen, er hat nur mit ihnen "geredet" und hat überhaupt keine härteren Maßnahmen ergriffen, obwohl er durchaus wusste was los war. Mit der Zeit weil mir niemand geholfen hat, habe ich es in mich hineingefressen, ich musste sogar mit dem Weinen aufhören weil ich meine Eltern nicht noch weiter belasten wollte.
Offtopic:
So bin ich immer was für ein Fluch. T.T

Ich kann mir vorstellen, dass hier alle nett sind. :) Ich freu mich auch endlich einen Platz gefunden zu haben wo ich reinpasse. ^^
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Rapunzelchen
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Re: Mobbing

Beitragvon Rapunzelchen » Do 3. Sep 2015, 17:57

Auch dieses Thema zieht sich durch mein Leben wie ein roter Faden!
Ich wurde seit dem Kindergartenalter gemobbt. Das ging auch in der Grundschule weiter, durch die gesamte Orientierungsstufenzeit, Hauptschulzeit, Berufsausbildung im Dualen System.

Am schlimmsten war es während der Hauptschulzeit.
Da wurde ich geschlagen, getreten, gemieden, ausgelacht, gedemütigt, verarscht.
Es wurde mir gedroht: "... wenn du petzt, findest du dich im 10. Himmel wieder ..." oder "... wir machen dich fertig ... "
oder "... bestell schonmal nen Leichenwagen ..."
Mir wurde dauernd Haß und Ausgrenzung entgegengebracht. ...

Als ich auf meinen Exfreund Jahre später hereinfiel, behauptete er, daß er die anderen total gut verstehen könne, warum ich gemobbt wurde.
So ein Vollpfosten!
Ich würde ihn angeblich nur noch agressiv machen mit meiner ganzen Art und so. Ich wußte echt nicht mehr, was ich dazu noch sagen sollte. Also das war ja mal der Oberhammer!

Und dann habe ich mich erst vor ein paar Jahren im Nachhinein auf Autismus diagnostizieren lassen.
Als das Ergebnis festand, wußte ich auf einmal WARUM ich von Gleichaltrigen so fies gemobbt wurde.
Mein ganzes Leben lang war ich Autistin, wußte aber nichts davon, sondern hatte es nur leise geahnt.

Die anderen Kinder konnten mit mir nichts anfangen, wurden agressiv und haben ihre Agressivität und Hilflosigkeit darüber, daß sie sicherlich niemanden hatten, mit dem sie darüber reden konnten, an mir ausgelassen.
Mobbing ist absolut Sch***.

Ich habe irgendwo schonmal gelesen, wenn Mobbing länger als ein halbes Jahr andauert, hinterläßt sowas Spuren.
Und die sind unter anderem das Posttraumatische Belastungssyndrom.

Heute arbeite ich im geschützten Arbeitsverhältnis, wo kein Mobbing geduldet wird. Ich kann mich dort so geben, wie ich nunmal bin. Mit allen Fehlern und Schwächen, es ist egal.
Mein jetziger Freund Gerhard mußte mich von meinem Exfreund wegholen und griff erst dann zu, nachdem mich ein Bekannter von ihm (also Gerhard) wieder zugänglich gemacht? (Sagt man das so?) hat.
Am 24.12.2004 haben Gerhard und ich uns verlobt. Und sind seitdem total glücklich.

Das ist also meine Mobbing-Geschichte.
Früher mußte man selbstbewußt sein, als Frau kurze Haare zu tragen.
Heutzutage muß man selbstbewußt sein, wenn man wieder als Frau lange Haare trägt.
(meine eigene Feststellung)


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