Wie entstehen Neigungen?

Benutzeravatar
Identitätsbehaupter
Beiträge: 330
Registriert: Di 2. Aug 2011, 17:08

Re: Wie entstehen Neigungen?

Beitragvon Identitätsbehaupter » Mo 11. Mär 2013, 16:19

Und was, wenn ich mich genau entgegengesetzt zum Mainstream verhalte? - Wie die ganze Szene es doch tut.
Dann habe ich mich auch bloß an meiner Umwelt orientiert.
Aber das ist ein Extrembeispiel, es kann sich ja auch so verhalten: Eigentlich finde ich Fußballspielen super, aber weil mein Bruder das auch macht, will ich das nicht als Hobby haben und suche mir ein anderes. Fazit: Orientierung durch die Umwelt.
Persönlichkeit ist dabei imo das schwächste Glied in einer Kette von Faktoren, die wir einfach nicht sehen wollen.
"Ich will nicht mehr essen trinken atmen eine Frau lieben einen Mann ein Kind ein Tier. Ich will nicht mehr sterben. Ich will nicht mehr töten.[...]
Ich breche mein versiegeltes Fleisch auf. Ich will in meinen Adern wohnen, im Mark meiner Knochen, im Labyrinth meines Schädels. Ich ziehe mich zurück in meine Eingeweide. Ich nehme Platz in meiner Scheiße, meinem Blut.[...]

[Hamlet] Tritt in die Rüstung, spaltet mit dem Beil die Köpfe von Marx Lenin Mao. Schnee. Eiszeit. "

Heiner Müller - Die Hamletmaschine

Riku

Re: Wie entstehen Neigungen?

Beitragvon Riku » Mi 13. Mär 2013, 13:05

Ich finde, dass das Ganze in eine "Teppichlage" (-> Auslegungssache) reinrutscht.
ID, du orientierst dich an einem willentlichen Verhalten, doch wie steht es um nicht-willentliche Neigungen?
Denn ich denke, dass es doch gut möglich ist von Natur aus bestimmte Interessen zu haben - nehmen wir mal das Beispiel Essen. Warum mögen bestimmte Leute Möhren, andere aber nicht? Wieso mögen bestimmte Leute Fisch, andere aber nicht? Nur vom reinen Geschmack ausgehend kann dies nicht an äußeren Einflüssen liegen, denn jeder Mensch hat ungefähr den gleichen Geschmackssinn, doch unterscheiden sich die Geschmäcker eines Jeden.

Benutzeravatar
Distanzobjekt
Administrator
Beiträge: 1123
Registriert: Mo 25. Jul 2011, 23:24

Re: Wie entstehen Neigungen?

Beitragvon Distanzobjekt » Do 14. Mär 2013, 07:03

Riku hat geschrieben:ID, du orientierst dich an einem willentlichen Verhalten, doch wie steht es um nicht-willentliche Neigungen?
Das wären dann Triebe. Den alle Impulse die auf dich einwirken, benötigen dein Bewusstsein und somit deine Entscheidungsgewalt.

Denn ich denke, dass es doch gut möglich ist von Natur aus bestimmte Interessen zu haben - nehmen wir mal das Beispiel Essen. Warum mögen bestimmte Leute Möhren, andere aber nicht? Wieso mögen bestimmte Leute Fisch, andere aber nicht? Nur vom reinen Geschmack ausgehend kann dies nicht an äußeren Einflüssen liegen, denn jeder Mensch hat ungefähr den gleichen Geschmackssinn, doch unterscheiden sich die Geschmäcker eines Jeden.
Das hat unter Umständen was mit der Veranlagung zu tun. Algen z.B. können von Mitteleuropäern nicht verarbeitet werden, Japaner hingegen können es konsumieren ohne Magenprobleme zu bekommen. Dafür wiederum sind die bereits nach Sake betrunken während wir davon höchstens einen Schwips bekommen. Bei Karotten sind ebenfalls Impulse relevant: Farbe, Geruch, Geschmack, Biss-Konsistenz.

Wenn ein Organismus z.B. genug Zucker besitzt oder nur bedingt abbauen kann, hält es Abstand vom Süßen. Man meint das dies unbewusst passiert aber wer merkt, dass ihm dadurch Unwohl wird, lässt auf längere Zeit dann bewusst die Finger davon und sagt sich "Vertrage ich nicht". Wenn etwas zu hart ist, man also merkt, dass es schmerzen verursacht wenn man drauf beißt, sucht man sich etwas, was man leichter zerlegen kann. Ist ein Geruch nicht den Erwartungen entsprechend, wie etwa durch Bitterstoffe die sich im süßen einer Frucht mischt und man weiß oder merkt, man ist übersäuert, lässt man ebenfalls die Finger davon.

Das heißt, jede Form von Neigung trifft zumeist auf Impulse die da abgeglichen werden. Und auch wenn man meint, es sei unbewusst, so schwingt zumeist eine Erfahrung mit.
1. Kunst und Schaffenskraft lässt sich genauso leicht kritisieren, wie es für den Kritiker schwer ist besseres zu leisten.
2. Nur wer Toleranz Grenzen setzt, weiß Freiheit zu schätzen.
3. Nur wer Achtung sät wird Achtung ernten.
4. Den Kopf zum denken benutzen ist keine Straftat.

Distanzobjekt


Zurück zu „Körper, Geist und Seele“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast