Emotionen - Ein Teil unserer Logik?

Riku

Emotionen - Ein Teil unserer Logik?

Beitragvon Riku » So 3. Mär 2013, 09:52

Das menschliche Gehirn verfügt über zwei Hälften: der linken, analytischen und der rechten, kreativen.
Die linke Gehirnhälfte dient im Grunde der Erfassung strukturierter Sachverhalte, ist also für das logische Denken des Menschen verantwortlich - Rationalität.
Die rechte Gehirnhälfte ist so zu sagen die hingebungsvolle Hälfte, welche für die Kreativität und Emotionen zuständig ist.
Beide Hälften bestimmen unsere Handlungen, doch welche ist die mächtigere?

Um auf die Emotionen näher einzugehen: Sie sind affektive Sinneseindrücke, so möchte ich es nennen, die eine Reaktion auf einen äußeren, entsprechenden Reiz zeigen, doch kann dies nicht ohne den logisch-rationalen Verstand geschehen, womit wir schon bei der Problemstellung wären - am Beispiel der Eifersucht, eine typische "RTL - Mitten im Leben"-Situation:
Ein Typ hat durch bestimmte Hinweise, Signale den Verdacht, dass seine Freundin fremdgeht (-> logische Schlussfolgerung) und reagiert mit Eifersucht.

Nun zur Fragestellung:
Kann man davon ausgeben, dass es ohne Logik keine Emotionen gäbe?
Denn sie stellen eine ausdrucksstarke Reaktion auf einen Reiz dar. Ich persönlich mag sie primitiv nennen, da früher, davon gehe ich aus, der Verstand unserer vorangegangenen Evolutionsformen nicht so gut wie unser heutiger ausgebildet war, sodass sie auf solch ausdrucksstarke Signale angewiesen waren, um reagieren zu können. Somit könnte die Frage auch lauten:
Emotionen - Ein Überbleibsel der Evolution?

Kyonshī
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Re: Emotionen - Ein Teil unserer Logik?

Beitragvon Kyonshī » So 3. Mär 2013, 14:55

Ich meine mal gelesen zu haben, dass das mit der Allmachtstellung der beiden Hirnhälften und ihren Funktionen nicht so ganz stimmt. Dazu ist das System viel zu kompliziert aufgebaut.
Ich denke mal, dass Emotion sicher schon vor der Logik da war. Logik hat sich erst im Laufe der Evolution entwickelt als der Mensch mit der Zunahme des Hirnvolumens komplexe Gedankengänge entwickeln konnte, die dann reine Instinkthandlungen abgelöst haben.
Überbleibsel der Evolution hat für mich aber eine zu negative Konnotation.
Das menschliche Handeln ist von emotio und ratio geprägt. Was dabei die Oberhand hat, ist wahrscheinlich von genetischen und sozialen Faktoren geprägt. Ich glaube aber nicht, dass ein 100% Ratiomensch oder ein 100% Emotiomensch handlungs- und überlebensfähig wäre oder gesellschaftsfähig. Alles aus dem Bauch heraus zu entscheiden, ohne auch nur im geringsten auf die Konsequenzen zu achten, dürfte auf Dauer genauso schädlich sein, wie bei jeder Entscheidung erst mal stundenlang das Für und Wider zu erörtern (und dann ist der Zug abgefahren).
Always be kind and polite... and have the materials to make a bomb.

Jack Harkness
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Re: Emotionen - Ein Teil unserer Logik?

Beitragvon Jack Harkness » Di 2. Dez 2014, 18:04

Emotionen,klar jeder egal ob Mensch oder Tier hat sie,sie sind alltäglich vielfältig und wechselhaft.Sie können Freude bringen oder grosses Leid verursachen.Der Mensch handelt entweder logisch oder emotional,wobei das 1'ste wahrscheinlich besser ist.Wenn überlegt gehandelt wird dann kann man das Ergebnis noch zum Teil abschätzen.Aber emotionale Handlungen sind unberechenbar und das macht sie nicht nur dumm sondern auch riskant.der Mensch handelt oft je nach persöhnlicher Stimmung,und dann denkt er nicht darüber nach,was daraus resultieren kann.

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Identitätsbehaupter
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Re: Emotionen - Ein Teil unserer Logik?

Beitragvon Identitätsbehaupter » Di 2. Dez 2014, 20:40

Ich bin der Auffassung, dass sowohl Emotionen, als auch Logik Teil der Evolution sind. Beides in Kombination hat den Menschen zu einer überlegenen Spezies gemacht.
Die ausschließliche Logik führt zu dem Ignorieren von Trieben und im Fall des Menschen vermutlich zwangsweise zur Selbstzerstörung. Denn die Logik bzw. die Selbstreflexion offenbart in letzter Konsequenz die Nichtigkeit der eigenen Existenz. Mit einer rein logischen Verknüpfung wird schnell klar, dass das Leben eines Menschen ausschließlich aus der Umschichtung von Energie besteht (sei es Rohenergie wie Nahrung, oder geistige wie Informatiosaustausch). Energie, die an anderer Stelle zurückgeschichtet wird und keinerlei Relevanz hat. Sprich: Das Spiel könnte man sich rein logisch gesehen gleich sparen. (Es sei denn man wendet die Logik anders an. Denn Vernunfthandeln hat m.E. keinen Selbstzweck - zunächst muss definiert werden, was denn überhaupt vernünftig ist!)
Und was Empfindungen angeht- das sind eindeutig die gesellschaftlich geschliffenen Triebe. Hätten wir nur die, wären wir vermutlich ziemlich animalisch und nicht im geringsten Gesellschaftsfähig, da wir Grundprinzipien wie Konventionen, Verträge, Regeln und Gesetze nicht verstehen würden.

Daher bedingen sich beide Seiten.
"Ich will nicht mehr essen trinken atmen eine Frau lieben einen Mann ein Kind ein Tier. Ich will nicht mehr sterben. Ich will nicht mehr töten.[...]
Ich breche mein versiegeltes Fleisch auf. Ich will in meinen Adern wohnen, im Mark meiner Knochen, im Labyrinth meines Schädels. Ich ziehe mich zurück in meine Eingeweide. Ich nehme Platz in meiner Scheiße, meinem Blut.[...]

[Hamlet] Tritt in die Rüstung, spaltet mit dem Beil die Köpfe von Marx Lenin Mao. Schnee. Eiszeit. "

Heiner Müller - Die Hamletmaschine

Jack Harkness
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Re: Emotionen - Ein Teil unserer Logik?

Beitragvon Jack Harkness » Di 2. Dez 2014, 20:53

Das sehe ich auf jeden Fall auch so,beides ist dringend erforderlich,denn das eine würde die Menschen aussterben lassen das andere verwahrlosen lassen.Aber eine Schwierigkeit ist trotz der voranschreitenden Evolution,bis heute vorhanden:Die Balance zu halten,zwischen Vernunft und Gefühl.Vernunft ist Definitionssache des einzelden oder einer Mehrheit,Gefühl ist hierbei festgelegt.Jeder beschreibt z.b Hass,Liebe.Verzweiflung,Eifersucht mit gleichen Worten.Aber wieviel von beiden Emotion und Logik ist gesund ?Was sollte überwiegen ?oder ist die Balance hier das einzig richtige ?


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